An der Stadtkirche St. Peter und Paul

Jesus bei Pontius Pilatus


In Görlitz entstand um das Jahr 1500 in Anlehnung an das Jerusalemer Vorbild der Kreuzweg. Unsere Stadtkirche St. Peter- und Paul stellt dabei die Burg Antonia dar. Dort wohnte in Jerusalem zur Zeit Jesu der römische Stadthalter Pontius Pilatus. Er war oberster Richter und der mächtigste Mann im Land.

Die Priester und Ratsherren kamen mit Jesus bei der Burg an, da kam Pilatus zu ihnen heraus. Er fragte: "Warum bringt ihr ihn zu mir?". Die Priester entgegneten: "Weil er sterben muss!". "Und was hat er getan?", fragte Pilatus. "Er hat das Volk aufgehetzt", behaupteten die Priester, "und er sagt, er sei unser König".

"Du bist also der König der Juden, der Retter auf den sie warten." bemerkte Pilatus spitzfindig. "Ja", sagte Jesus, "ich bin es."

"Glaubt ihm nicht!" - "Lügner!" - "Er ist ein Verbrecher!" brüllten die Massen durcheinander. Und immer mehr Anklagen brachten sie gegen Jesus vor.

Pilatus wusste nicht was er tun sollte. Für diese Anschuldigungen sollte er Jesus zum Tode verurteilen? Oder sollte er ihn lieber frei geben? Aber dann würde er die vielen Juden gegen sich aufbringen. Da hatte Pilatus eine Idee. Er befahl seinen Soldaten: "Holt Barrabas aus dem Gefängnis und bringt ihn zu mir!"

Barrabas war ein Mörder, ein richtiger Verbrecher.

Pilatus führte Barrabas und Jesus vor die Burg. Er rief den wartenden Menschen zu: "Hört, ihr Juden! Ihr feiert morgen ein Fest. Dazu will ich euch etwas schenken. Ich gebe euch einen Gefangenen frei: Ihr dürft selbst entscheiden, wen ihr haben wollt: Barabbas oder Jesus?"

Die Priester stachelten das Volk an: "Ruft: Barabbas wollen wir haben!" Und immer mehr und immer lauter schrien die Massen: "Barabbas! Gib uns Barabbas frei!"

Mit dieser Enscheidung hatte Pilatus gar nicht gerechnet. Unsicher fragte er in die Menge: "Und was soll ich mit Jesus tun?".
Die Masse brüllte lautstark: "Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!".

Pilatus aber ließ sich eine Schüssel mit Wasser bringen. Er wusch sich vor allen seine Hände. Dann rief er laut: "Ich bin unschuldig am Tod dieses Menschen."

Buchstabe der 6. Station:

Wer war wirklich unschuldig? Der 4. Buchstabe des Namens ist die Lösung für unser Rätsel.


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