Fußwaschung und Passamahl


Dieser Brunnen von Gisela Mauermann passt auf dem ersten Blick nicht so gut zu unserer Geschichte. Viele Görlitzer nennen den Brunnen "das Zechpaar". Bei unserer Geschichte geht es ums Waschen genauer noch ums Füße waschen. Und wenn ihr euch umschaut, seht ihr ein Haus mit einem Durchgang zum Obermarkt. Hier im Hotel Schwibbogen gibt es einen großen Saal. Dort können Gäste gut feiern und essen.

Damals kam Jesus zum Passafest nach Jerusalem. Zu so einem Fest gehört natürlich immer ein Festmahl. Das Passamahl wurde in den Familien für den Abend vorbereitet. Die Väter schlachteten ein Lamm. Die Mütter buken flaches Brot. Und zu Beginn des Festmahles wurde in jeder Familie die Geschichte vom Auszug aus Ägypten erzählt. Auch Jesus wollte mit seinen Freunden das Passamahl halten. Er rief zwei seiner Freunde zu sich. Sie sollten in ein Haus mit einem großen Saal und einem langen Tisch gehen und das Mahl vorbereiten. So wie es Jesus ihnen gesagt hatte, taten sie es auch. Sie bereiteten das Passalamm zu und deckten den Tisch. Sie stellten gleich bei der Tür eine Schüssel und einen Krug mit Wasser bereit zum Waschen der staubigen Füße.

Am Abend kam Jesus mit seinen Freunden zum Saal. Sie sahen die Schüssel und den Krug mit dem Wasser. Aber es gab keinen Diener. Sollten sie etwa selbst diese Schmutzarbeit machen? Diener wollten die Freunde Jesus nicht sein. Und so setzten sie sich mit ihren staubigen Füßen zu Tisch.

Bei unserem Brunnen in Görlitz übernimmt die Frau die Rolle der Dienerin. Sie wäscht die Wäsche und der Mann genießt.

Jesus aber nahm den Krug mit dem Wasser. Er goss das Wasser in die Schüssel, trug die Schüssel zu den Freunden. Er beugte sich hinab und wollte ihnen die Füße waschen. Die Freunde waren entsetzt. Sie konnten das nicht verstehen. Wie konnte Jesus, ihr Herr und Meister das tun. Jesus war doch nicht ihr Diener! Die Jünger staunten und ließen sich einer nach dem anderen die Füße waschen. Nur Petrus empörte sich darüber.
Doch Jesus entgegnete ihm: "Du verstehst mich nicht, Petrus, noch nicht. Aber bald wirst du wissen, warum ich das tue." Als Jesus allen seinen Freunden im Festsaal die Füße gewaschen hatte, trug er die Schüssel zurück. Er setzte sich an den Tisch und sagte zu seinen Freunden: "Seht, ich bin euer Herr. Und doch habe ich getan, was sonst nur ein Diener tut. So sollt auch ihr Diener sein und einander dienen."

Nun sollte das eigentliche Passamahl beginnen. Das festliche Essen stand auf dem Tisch: Lammfleisch mit Kräutern und Soße, flaches Brot und ein großer Becher, der mit Wein gefüllt war. Alle freuten sich auf das gemeinsame Festmahl. Nur Jesus sah sehr traurig aus. Und so sprach er: "Heute essen wir das letzte Mahl gemeinsam. Ich werde bald nicht mehr bei euch sein. Meine Feinde werden mich verhaften und töten. Und einer von euch wird mich verraten."
Die Freunde sahen sich entsetzt in die Augen. "Dich verraten? Unmöglich! - Wen meinst du?- Doch nicht mich? riefen die Freunde verwundert durcheinander. Jesus entgegnete zu Judas: "Doch, du bist es."

Jesus nahm das Brot, dankte Gott, brach es und gab es seinen Freunden:
"Nehmt und esst! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird."
Danach nahm er den Becher, dankte Gott und gab ihn seinen Freunden und sprach:
Trinket alle daraus! Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung euerer Sünden."

Und die Freunde wussten noch nicht, was dann geschehen sollte.

Buchstabe der 3. Station:

Die meisten Namen der Freunde oder Jünger Jesu beginnen mit dem gesuchten Buchstaben.


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